von 1960 bis heute Weil Nähe zählt!Der Malteser Hilfsdienst Der Malteserorden

 

Die Malteser sind seit 1960 gemäß dem Leitsatz "Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen" in Waldalgesheim aktiv und engagieren sich schwerpunktmäßig in der Notfallvorsorge, dem Katastrophenschutz, dem ehrenamtlichen Sozialdienst und der Jugendarbeit. Hierfür leisten unsere Helfer rein ehrenamtlich ca. 10.000 Dienststunden pro Jahr. 

Wie alles begann und wie sich die Gliederung seit der Gründung vor fast 50 Jahren entwickelt hat, wird auf dieser Seite beschrieben. 

Der Anfang - die 60er

Der erste Schritt war ein Lehrgang über Sanitätswesen und Erste Hilfe, abgehalten von Dr. Rau am 5. Mai 1960 im früheren Caritashaus Waldalgesheim. Beim Abschluss dieses Kurses am 7. Juni 1960 erfolgte auf Initiative von Pfarrer Otto Epper die Gründung der MHD Gliederung Waldalgesheim, die unter Leitung des gewählten Ortsbeauftragten Karl-Josef Sturm und Gruppenführers Rudolf Steyer stand. Dies waren die Männer der ersten Stunde, zu denen sich die übrigen Gründer gesellten. Gründungsmitglieder: Annel Bartsch (Bender), Franziska Bremmer, Friedhelm Conrad, Elke Eckes (Stumm), Otto Epper, Gerwald Jung, Walburga Piroth (Eckes), Maria Possmann, Bruno Schwarz, Hans-Edi Spiel, Monika Stammer (Grothe), Rudolf Steyer, Irene Sturm, Karl-Josef Sturm.

Die Ausbildung in Erster Hilfe war in den Folgejahren neben Sanitätsdiensten ein   Schwerpunkt.   Das Ausbilderteam um Rudolf Steyer, Schwester Maria Possmann, Hans Gutenberger und in den späteren Jahren Alfred Bappert und Karl-Otto Glockmann hielt in Waldalgesheim und darüber hinaus Erste-Hilfe-Kurse für die Bevölkerung sowie in Schulen und Betrieben.

Für die Sanitätsdienste stand ab 1963 ein Anhänger mit Sanitätskoffer, einem Zelt und 4 Feldbetten zur Verfügung, der im Glockenturm der katholischen Kirche untergestellt war und im Einsatz von Privatfahrzeugen gezogen wurde.

Es geht weiter - die 70er

Anfang der 70er Jahre wurde eine neue Aufgabe an die Waldalgesheimer Malteser herangetragen, die Mitarbeit im LSHD (Luftschutzhilfsdienst) als Sanitätsgruppe im MHD-Sanitätszug Bad Kreuznach. Damit bekamen junge Wehrpflichtige die Möglichkeit, sich durch eine 10-jährige Verpflichtung zur Mitarbeit beim MHD vom Wehrdienst freistellen zu lassen, was letztlich zur Verdoppelung der aktiven Helferzahlen in den 70er u. 80er Jahren führte.

Durch entsprechende Förderung ist es uns nach Erste Hilfe Kursen 1972 in Daxweiler und 1973 in Weiler gelungen, neue Malteser-Gliederungen zu gründen.
1976 übernimmt Klaus Bremmer offiziell die Gruppenleitung, weil Karl-Josef Sturm nach einer Umschulung aus beruflichen Gründen dieses Amt niederlegte.

Im folgenden Jahr stellt die Ortsgemeinde den Maltesern das ehemalige Feuerwehrgerätehaus in der Gartenstraße in Erbpacht zur Verfügung. Nach Renovierungsarbeiten kann 1977 die Einweihung gefeiert werden. Damit verfügten die Malteser über ein eigenes Domizil mit Gruppenraum und Fahrzeughalle. Dadurch hatte das kath. Pfarrheim, der frühere Gruppen- und Ausbildungsraum, ausgedient.
Mit dem „neuen“ Malteserheim entwickelten sich auch neue Möglichkeiten für die Gliederung. Die Bad Kreuznacher Malteser stationieren einen Krankenwagen (KTW) des Katastrophenschutzzuges bei der Sanitätsgruppe in Waldalgesheim, womit sich auch die Qualität der Sanitätsdienste unserer Gruppe entscheidend verbessert.

Die Jugend kommt - die 80er

Mit der Gründung einer ersten Malteser Jugendgruppe (MJ) im Jahre 1982 beginnt ein neues Tätigkeitsfeld der Waldalgesheimer Malteser, das stetig breiteren Raum in der Arbeit einnimmt. So nach und nach beginnt die MJ auch an überregionalen Veranstaltungen (s. Katholikentag  in München  oder   z.B. Leistungswettbewerb in Neuwied) teilzunehmen, wodurch sich die MJ zunehmend von anderen Jugendgruppen bzw. Organisationen unterscheidet.

Zusammen mit den Kreuznacher Maltesern werden die ersten Lebensmitteltransporte nach  Polen gepackt,  zusammengestellt und per LKW direkt zu den Bedürftigen nach Oppeln transportiert. Rudolf Steyer ist als 2. Fahrer bei der Verteilung vor Ort dabei.

Im Festzelt an der kath. Kirche feierten die Malteser vom 29.06. bis 01.07.1985 unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der Ortsvereine ihr 25-jähriges Bestehen. Im Rahmen der Feierlichkeiten werden  die noch aktiven Gründerinnen und Gründer Franziska Bremmer, Rudolf Steyer, Irene Sturm und Karl-Josef Sturm besonders geehrt.
 
1984 wird die erste Senioren- und Behindertenwallfahrt nach Trier durchgeführt. Danach organisieren die Waldalgesheimer Malteser jährlich einen Wallfahrtsausflug für Senioren und Rollstuhlfahrer aus unserer Gemeinde.

Irene und Karl-Josef Sturm und bei einer späteren Fahrt auch noch Astrid Emmel begleiten behinderte Rollstuhlfahrer bei der alle drei Jahre stattfindenden Malteser Behinderten-Wallfahrt nach Rom. Ca. 400 Rollstuhlfahrer, begleitet von ca. 600 Maltesern, dürfen eine Woche lang Rom erleben - für beide Seiten ein unvergessliches Erlebnis.

1989 wird eine neue Malteser Jugendgruppe für 9- bis 14jährige gegründet. Mit der Erfahrung der ersten Jahre wurde die Jugendarbeit aktualisiert und besser organisiert. Vor allem die überregionalen Kontakte mit anderen Gruppen auf Diözesan- und Bundesebene wurden durch Wahrnehmung entsprechender Angebote vertieft und ausgebaut. Ermöglicht wurde dies unter anderem auch durch die Anschaffung eines Kleinbusses, der insbesondere für die MJ zum Einsatz kam.

Die Staffelübergabe  - die 90er

Anfang der 90er Jahre stellt sich heraus, dass die Altersstruktur der Jugendgruppen zu breit gefächert war und die Interessen auseinander liegen. Durch die stetige Zunahme der Mitgliederzahlen kann die Gruppe geteilt werden und die 14-tägig stattfindenden Gruppenstunden werden nun wöchentlich in 2 MJ-Gruppen abhalten.

Seit 1990 nehmen unsere Jugendgruppen jedes Jahr am Diözesan-Pfingstzeltlager der Diözese Trier teil. Aus der Tradition, dass eine der teilnehmenden Gruppen sich um die Ausrichtung und Organisation dieses Lagers  bemüht,  haben die Waldalgesheimer Malteser das Lager 1993 auf dem DRK-Zeltplatz am Bergwerk gestaltet. Mit 207 Teilnehmern war dieses Lager bis dahin und in den Folgejahren das größte Zeltlager auf Diözesanebene.

Seit 1994 fährt die MJ Waldalgesheim auch in den Sommerferien ins einwöchige Bundes-Zeltlager der Malteser Jugend. Seit 1996 ist die waldalgesheimer Malteser Jugend Ausrichter des „Erste Hilfe Workshop Wochenendes“ für MJ-Gruppen aus der regionalen Nachbarschaft.

Immer wenn von der MJ auf Bundes- oder Diözesanebene Aktionen gestartet, waren die Waldalgesheimer mit dabei - „Aufbruch ´85“, „100 Rollstühle“ für behinderte Jugendliche in Chile oder „100 Ziegen für Ruanda“, dem Partnerland von Rheinland-Pfalz. Auch bei der Aktion für die Malteser in der Ukraine, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, 480 Waisenkinder in Heimen umfassend zu betreuen, bemühten sich die Malteser Jugendgruppen der Diözese Trier und damit auch wir darum, dass die Kinder und Jugendlichen ordentliche Schlafgelegenheiten bekamen. Es wurden neue Matratzen, Bettwäsche und Handtücher angeschafft, diese Ausstattung kostete für je ein Kind gerade einmal 50,- DM.

Die Reduzierung der Wehrpflicht- beziehungsweise Zivildienstzeiten auf 12 und weniger Monate führt zwar auch zur Verkürzung der Verpflichtungszeiten für Ersatzdienstleistende im Katastrophenschutz, aber  ist der 7-jährige Ersatzdienst bei den Maltesern nicht mehr zur. Anfang der 90er Jahre wird die Verpflichtungszeit  reduziert. Dennoch tat die Dienstzeitreduzierung den Helferzahlen unserer Schnellen-Einsatzgruppe (SEG) keinen Abbruch. Bis heute steigt die Anzahl der qualifizierten Helferinnen und Helfer für diesen Dienst stetig weiter.

1997 kommt es zum „Führungswechsel“ in  der Gliederung  Waldalgesheim. Die „Altgedienten“ einschließlich der MHD-Gründer treten den wohlverdienten Ruhestand an. Es werden Klaus Bremmer als langgedienter Gruppenleiter zum Ortsbeauftragten, André Hochgesand zum Stellvertreter und Gruppenleiter, Dirk Michel zum Einsatzleiter und Marcel Bremmer zum ehrenamtlichen Geschäftsführer ernannt.

Mit erheblichem Aufwand wird die Aus- und Fortbildung der Helferschaft in Richtung Rettungshelfer, Rettungssanitäter und Rettungsassistent vorangetrieben mit der Zielsetzung, zukünftig auch Sanitätsdienste nach modernen rettungsdienstlichen Maßstäben besetzen zu können. Natürlich wünschten sich diese Helferinnen und Helfer auch die entsprechenden Rettungsmittel, was zur Anschaffung eines Rettungswagens (RTW) inklusive entsprechender medizinisch-technischer Ausstattung im Jahr 1999 führt. Damit verfügen die Waldalgesheimer Malteser über einen Rettungswagen, der nicht nur zu SEG Zwecken, sondern auch zu Sanitätsdiensten und überregional bei Großeinsätzen mit anderen Maltesergliederungen wie Bad Kreuznach, Bingen und Simmern eingesetzt wird. Die hieraus erwachsene Kooperation mit Gliederungen in ganz Rheinland-Pfalz war wegweisend für unsere Aktivitäten im neuen Jahrtausend.

Das neue Jahrtausend 

Im Spätsommer 2000 begingen wir unser 40 Jähriges Vereinsjubiläum. Im Gemeindepark an der Keltenhalle Waldalgesheim wird eine feierliche Kulisse mit Bühne, Festzelt, Lichterketten, Banner und Verpflegungsständen errichtet. Bei herrlichem Sommerwetter folgen viele Waldalgesheimer Bürger sowie befreundete Malteser Gliederungen und Vereine unserer Einladungen, und begehen mit uns die Feierstunden. Natürlich nahmen wir das Fest zum auch zum Anlass, um unseren verdienten Mitgliedern einmal Dank und Anerkennung auszusprechen. Insbesondere unsere Männer und Frauen der „ersten Stunde“, die den Verein von damals bis heute aktiv mitgestaltet und geprägt haben werden ausgezeichnet.

Durch die vermehrte gemeinschaftliche Gestaltung von Lehrgängen und Großeinsätzen mit den Maltesern aus Bad Kreuznach, Bingen, Simmern und Weiler werden nun regelmäßig Ausbildungen zum Einsatzsanitäter, Weiterbildungen zum Rettungshelfer/ -sanitäter, die Helfergrundausbildung und spezielle Seminare wie das Megacode-Training angeboten. Diese Gemeinschaft bringt neuen Schwung in unseren „Alltag“ und sichert ferner den hohen Ausbildungsstandart unserer Aktiven.

Dieser neue gemeinsame Weg verhilft auch dazu, dass sich unsere Sanitätsdienste nicht nur auf die örtliche Ebene beschränken. Helfer und Rettungswagen der Gliederung Waldalgesheim kommen nun Landesweit in den Einsatz bei Kartrennen auf dem Flugplatz Hahn, Motorsport- und Großveranstaltungen auf dem Nürburgring und dem Winzerfest in Bingen, um nur einige zu erwähnen.

Auch im Bereich Katastrophenschutz kommt es zum Umbruch. Da die Malteser Waldalgesheim auch nach der großen Gebietsreform weiter eine Einheit im Katastrophenschutz des Landkreises Bad Kreuznach geblieben waren, sind sie in Waldalgesheim, das seit der Reform zum Landkreis Mainz-Bingen gehört, in diesen Belangen außen vor. Da wir uns aber wieder in die Reihe der Hilfsorganisationen vor Ort eingliedern, verlagern wir unsere Zugehörigkeit als Schnelleinsatzgruppe zurück in den Landkreis Mainz-Bingen, und kommen damit wieder unserem Anspruch und unserer Verpflichtung als örtliche Hilfsorganisation und Ausrichter des Katastrophenschutzes nach. Seit dem 1.1.2001 bilden wir mit dem Malteser Hilfsdienst Bingen die „Schnelleinsatzgruppe Betreuungsdienst Nord“ und haben rund 30 qualifizierte Helferinnen und Helfer mit 5 Fahrzeugen in ständiger Rufbereitschaft über Funkmeldeempfänger.
Ferner sind seitdem unsere Rettungssanitäter und –assistenten zur umgehenden Besetzung unseres Rettungswagens selektiv alarmierbar, um bei Bedarf den Rettungsdienst oder die sanitätsdienstlichen SEGen zu unterstützen. Ein weiterer Dienst ist die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren bei Einsätzen zur sanitätsdienstlichen  Betreuen.

Ein wichtiger Aufgabenbereich der Malteser ist die Ausbildung der Bevölkerung in Erste Hilfe. Das Angebot wird ausgeweitet wir können in Waldalgesheim neben dem „Erste Hilfe Grundseminar“ (EH) auch spezielle Seminare anbieten, wie das Seminar „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ (LSM) für Führerscheinbewerber, das Seminar „Notfälle im Säuglings- und Kindesalter“, das Aufbauseminar für die „Frühdefibrillation durch Laienhelfer“ und Aufbauseminare zum „Helfer im Sanitätsdienst“ oder „Einsatzsanitäter“.

Im April 2004 wird ein neuer Rettungswagen (RTW) vom Typ Daimler-Chrysler Sprinter 316cdi in Dienst genommen und damit unser 10 Jahre altes Fahrzeug vom Typ DB 310D abgelöst. Durch den Kofferaufbau (Fa. System Strobel) steht uns damit das von der neuen DIN-EN geforderte Raumangebot für die Versorgung von Notfallpatienten zur Verfügung.
Auch die notfallmedizinische Ausrüstung wird aufgestockt und entspricht den aktuellen Anforderungen an RTW. Mit an Bord sind unter anderem ein Zoll M-Serie 12-Kanal EKG/Defi mit SpO2-Sensor, Weinmann Medumat Beatmungsgerät, Weinmann AccuVac Absaugpumpe, Braun Perfusor Spritzenpumpe und Heartstart FR2 halbautomatischer Defi sowie chirurgische Bestecke (Thoraxdrainage, Not Koniotomie, Notgeburt) und ein umfangreiches Arzneimitteldepot. An rettungstechnischer Ausrüstung werden Schaufeltrage, Vakuummatratze, SED-Rettungskorstett, Stifneck-HWS Schienen und Vakuum Arm/Beinschienen mitgeführt. Als besondere technische Merkmale des neuen RTW sind Rückfahrkammera, Klimaanlage für Fahrer- und Patientenraum, Mobiltelefon und Handfunkgeräte für den 2m und 4m Funk zu erwähnen.